Posted by admin  |  February 8, 2019

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Lesezeit: 5 Minuten

Viele nicht vegan lebende Personen, die sich mit mir über eine vegane Lebensweise unterhalten, nennen als Hauptargument, warum sie für sich vegan für ausgeschlossen halten, den Verzicht. Sie argumentieren, dass es so viele nicht vegane Lebensmittel gibt, auf die sich nicht verzichten möchten.

Ich kann nachvollziehen, wo dieser Gedanke herkommt und habe selbst zwei Jahre „nur“ vegetarisch gelebt unter der Annahme, dass vegan für mich zu schwierig sei. Doch seit ich mich für das Komplettprogramm – keinerlei tierische Lebensmittel – entschieden habe, stelle ich mehr und mehr fest, dass ich ganz und gar nicht verzichten muss. Im Gegenteil, es ist total spannend herauszufinden, was es schon alles in einer veganen Variante gibt und mich durch diesen kulinarischen Vegangenuss zu testen.

Wahrscheinlich muss man bei der Argumentation berücksichtigen, dass man als Berliner einen deutlichen Standortvorteil hat. Vielleicht würde ich anders reden, wenn ich in einem kleinen Örtchen irgendwo in Mitteldeutschland lebte, wo beim Wort Sojamilch die Nase gerümpft wird.

Sei es drum, ich lebe nun mal in Berlin und profitiere zumindest an dieser Stelle (denn an anderen Stellen entwickele ich immer mehr Aversionen gegen diese Stadt) von den Vorzügen der Multikulti-Metropole. Viele meiner Entdeckungen in Sachen vegane Lebensmittel werden hier sicherlich an der einen oder anderen Stelle noch ihren Platz finden. Dafür bin ich auch einfach zu begeistert über jeden weiteren kleinen Meilenstein im Supermarkt.

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Um aber nochmal auf das Thema Verzicht zurückzukommen. Ich gehe gerne das Wortgefecht mit jedem ein, der glaubt, er könne als vegan lebender Mensch eine Sache nie wieder essen und nenne ihm umgehend eine – natürlich nur nach meinem Maßstab – adäquate Alternative. Einzig und allein beim Thema FETA musste ich bisher immer passen. Der griechische Weichkäse, der in seiner ursprünglichen Form aus Schafs- oder Ziegenmilch gewonnen wird, ist wahrscheinlich nicht nur in meiner Familie ein Suchtmittel. Kaum ein Gericht haben meine Geschwister und ich in unserer Kindheit und Jugend ohne diesen salzigen Gaumenschmaus verspeist. Wenn also mein älterer Bruder, der mittlerweile auch vegetarisch lebt (!), in seiner Fetasucht gefangen, ein Totschlagargument für den veganen Verzicht sucht, dann trifft es immer diesen Käse. Was soll ich sagen? Tatsächlich fehlte dieses Lebensmittel bis zuletzt gänzlich auf meiner Einkaufsliste.

Aber natürlich ist auf die vegane Lebensmittelindustrie Verlass. Das, was Leute mögen, soll ihnen auch erhalten bleiben, also wird entwickelt und getestet, was das Zeug hält. Wer sich schon mal auf die Suche begeben hat, wird, wie ich auch, festgestellt haben, dass es etliche vegane Feta-Alternativen gibt. Leider schmeckt davon nicht wirklich etwas auch nur annährend wie das griechische Original. Einiges ist sogar wirklich ekelhaft.

Nun bin ich vor einiger Zeit durch Zufall in einem riesigen Bio-Basic-Markt gewesen und habe dort etwas von der Marke Soyananda entdeckt, das sich „vegane Alternative zu griechischem Bioköse“ – nicht ganz griffig – nennt. Da ich es, wie gesagt, liebe, Neues zu testen, habe ich eine zugegebenermaßen nicht ganz billige Packung dieses Tofu-Produktes mitgenommen und was soll ich sagen – Wahnsinn! Es schmeckt tatsächlich ein bisschen wie Feta! Natürlich habe ich sofort den Test gemacht und in den darauffolgenden Tagen, jeden, der wollte oder auch nicht wollte, ein bisschen davon probieren lassen. Von „Wow, schmeckt ja echt wie Feta!“, bis „ich weiß nicht mehr, wie Feta schmeckt, aber ist lecker“, war alles dabei. Also, wer nach einer veganen Weichkäsealternative sucht, macht mit diesem Produkt schon mal nichts verkehrt. Einzige Herausforderung ist es aktuell, den Tofu-Käse zu finden. Ich habe einige Bioläden abgeklappert und glücklicherweise bei Bio Denn’s um die Ecke die Sorte gefunden. Bislang ist er jedoch rar gesät.

Vor einigen Tagen bin ich dann auf eine andere Marke gestoßen: Green Vie. Ich werde an anderer Stelle über diese noch etwas ausführlicher berichten. Mich hat diese neu entdeckte Marke interessiert, so dass ich online ein bisschen herumgesucht habe und letztlich bei Tofukind fündig geworden bin. Vollkommen ohne Erwartungen habe ich einige der Produkte bestellt (bisher waren solche Experimente eher wenig von Erfolg gekrönt). Und wer hätte es gedacht, der „Greek Style“ Käse von Green Vie ist mit Abstand die beste Feta-Alternative, die mir in den zwei Jahren, die ich nun vegan lebe, untergekommen ist. Sowohl, was die Konsistenz, als auch den Geschmack anbelangt. Und noch eine wichtige Sache dazu: Dieser Käseersatz ist soja- und palmölfrei und auf Basis von Kokosöl hergestellt. Wenn das mal nicht einen Versuch wert ist.

Weitere Testpersonen – abgesehen von meinem Mann, der ohnehin ein sehr genügsamer Esser ist – gibt es bisher nicht. Ich bleibe aber dran. Auch für diesen Käse gilt leider: Konnte ich bisher nur online finden. Aber wem es die Sache wert ist, der kann sich ja zusammentun und gleich auf Vorrat als Sammelbestellung einkaufen.


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